Warum „Die Verurteilten“ zum beliebtesten Film aller Zeiten wurde

„Hoffnung kann Dir niemand nehmen.“

„Hoffnung ist eine gefährliche Sache.“

Auf einen Nenner gebracht: „Entscheide Dich, ob Du leben oder sterben willst.“

Für mich gibt es eine einzige Schlüsselszene, die den Unterschied macht.

Aus dem Gegenüber von Disziplin und Bibel ergibt sich der letzte Tag des strafrechtlich betrachtet unschuldig inhaftierten Hauptdarstellers im Gefängnis.

Im Gespräch mit Schauspieler Morgan Freeman alias Häftling Red sieht Bankmanager Andy am Ende eine Perspektive der Wirklichkeit, die ihm bewusst werden lässt, welchen Anteil er an den Vorfällen hat, die ihm mehrere Jahrzehnte Haft bescheren (Minute 1:40, ff.): „Ich konnte meiner Frau nie zeigen, wie ich sie geliebt habe. Ich habe sie umgebracht, Red. Ich hab sie nicht erschossen, aber ich habe sie weggetrieben. Dass sie gestorben ist, daran bin ich schuld, weil ich so bin.“

Am Ende dieser Einsicht, ist er am Ende seines disziplinarischen Weges angekommen. Er hat sich mit ungaublicher Disziplin und Präzision den Weg in die Freiheit gebahnt und ihm wird die Gnade zuteil, an einem neuen Ziel ankommen zu dürfen, inkl. einer neuen Identität.
Und auch seinen Freund Red hat er dabei nicht vergessen… eine Freundschaft, Liebe, Gemeinschaft, die beide teilen und die beiden dadurch eine neue Perspektive ermöglicht. Sie bewahrt beide davor, nach dem Gefängnis ihres Lebens, an der Freiheit zu scheitern. Antrieb Hoffnung. Und auch die letzte Gefahr des Grenzübertritts durch Red löst sich in Wohlgefallen auf…

Am Ende ist alles die eine große Frage nach dem Sinn des Lebens – die Liebe, ein Antrieb, wie er in der Bibel bezeugt wird, aber eben nicht jedem zugänglich.
Eine Doppeldeutigkeit, die im Film eine doppelte Botschaft enthüllt – ganz nach meinem Geschmack.
Und es ist letztlich der Sieg dieser Botschaft in einer Welt von Macht, Geld, Karriere … und all dem, was sich in Hochmut über Gott als Urheber/Schöpfer/Gegenüber des Universums erhebt- der Urbegriff von Sünde… denn es gibt sie doch, auch wenn sie sich viel einfacher darstellt als theologisch diskutiert.

„Entscheide Dich, ob Du leben oder sterben willst.“
Mit Gott als Gegenüber durch seinen sinnstiftenden Willen für Dich mit einem glücklichen Platz im Universum oder ausgeliefert dem Kampf und der Willkür der Hochmütigen, auch deinem eigenen hochmütigen Ego.

Hoffnung ist gefährlich. Judas – der Verräter Jesu – konnte nicht damit umgehen, nachdem er gemerkt hat, dass die Hoffnung doch nicht vergeblich war. Deshalb bin ich mir sicher, dass es auch für ihn Hoffnung gegeben hätte. Hoffnung ist lebensgefährlich. Mehr dazu ein ander mal…

Ostern 2022… und wieder heißt es:
„Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“

Wir dürfen alle aufstehen gegen den Missbrauch von Macht und Geld auf Kosten eines Lebens in Freiheit, auch wenn das gefährlich ist.
Letztlich ist es die Entscheidung zwischen Leben und Tod – schon jetzt – zu Lebzeiten, denn ein Leben ohne Liebe zum Leben ist sinnlos. All die Kriege unserer Welt – in Vergangenheit und Gegenwart – geben davon zahlreich Zeugnis und doch war da immer Hoffnung, Liebe und neuer Friede.

Und… ganz nebenbei… das gilt auch für „Kirche“ und den Glauben, die Gemeinschaft der Gläubigen. Ich meine nicht die Vereinsmitglieder einer Institution.
Ich meine die in Gefahr Hoffenden. Die Hoffnung, die uns manchmal sehr gefährlich wird, wenn wir einsehen, wo auch wir uns über die Liebe zu den Menschen – allen Menschen – hinweggesetzt haben. Willentlich oder ganz aus Versehen…

„Entscheide Dich, ob Du leben oder sterben willst.“


Und anbei noch ein Mentoring für Content mit Adressat Kirche:

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